Gemeinschaftliche Energieversorgung wirtschaftlich kalkulieren und umsetzen
Gemeinschaftliche Energieversorgung eröffnet neue Möglichkeiten, lokale Erzeugung und Stromverbrauch miteinander zu verbinden. Welches Modell dafür geeignet ist und ob es sich wirtschaftlich trägt, lässt sich jedoch nicht pauschal beantworten.
Erzeugungsprofile, Verbrauchsstruktur, Netznutzung, Reststrombedarf, Tarifgestaltung, Erzeugervergütung und Abwicklung sind die entscheidenden Faktoren, also weit mehr als nur die Anlagengröße oder die Zahl der Teilnehmer.
re-sult bildet die jeweiligen Faktoren und deren Zusammenhänge in einer umfassenden Kalkulation ab. Wir vergleichen unterschiedliche Versorgungsmodelle, bewerten ihre Wirtschaftlichkeit bis auf Teilnehmerebene und begleiten die energiewirtschaftliche Umsetzung.
Vier Modelle der Gemeinschaftlichen Energieversorgung – unterschiedliche energiewirtschaftliche Logiken
Energy Sharing wird häufig als Sammelbegriff für gemeinschaftliche Stromversorgung verwendet. Energiewirtschaftlich und rechtlich muss genauer unterschieden werden.
re-sult betrachtet vier Modelle: Energy Sharing nach § 42c EnWG, das Bilanzkreis-Modell, Mieterstrom und die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung nach § 42b EnWG.
Die vier Modelle unterscheiden sich unter anderem darin, ob das öffentliche Netz genutzt wird, wer die Stromlieferung übernimmt, wie Reststrom beschafft wird und welche Anforderungen an Messung, Bilanzierung und Abwicklung bestehen.
Welche Variante in Frage kommt, muss deshalb für das konkrete Projekt geprüft werden.
Wirtschaftlichkeit lässt sich nicht am Arbeitspreis ablesen
Ein gemeinschaftliches Versorgungskonzept kann auf dem Papier attraktiv wirken und dennoch wirtschaftlich problematisch sein.
Warum? Ein niedriger Arbeitspreis für die Teilnehmer sagt beispielsweise wenig darüber aus, ob auch die Erzeugervergütung trägt, welche Beschaffungskosten für Reststrom entstehen oder welche Marge beim Versorger verbleibt. Hinzu kommen Messstellenbetrieb, Netzentgelte, Umlagen, Bilanzierung, Abwicklung und projektspezifische Kosten.
Auch die Zusammensetzung der Energiegemeinschaft spielt eine wesentliche Rolle. Ein zusätzlicher Verbraucher kann die lokale Nutzung verbessern; ein zusätzlicher Erzeuger kann dagegen zu Überschüssen führen. Je nach Last- und Erzeugungsprofil verändert sich damit die Wirtschaftlichkeit für alle Beteiligten.
re-sult betrachtet deshalb nicht nur die technische und energiewirtschaftliche Machbarkeit. Wir berechnen auch, wie sich das jeweilige Modell auf die beteiligten Verbraucher, Erzeuger und – soweit vorhanden – den Tarifgeber auswirkt.
Der re-sult Energiegemeinschafts-Rechner
Der Energiegemeinschafts-Rechner wurde entwickelt, um unterschiedliche Versorgungsmodelle auf einer einheitlichen Datenbasis zu kalkulieren. Je nach gewähltem Leistungsumfang bildet die Software Energy Sharing, Bilanzkreis-Modelle, Mieterstrom und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung ab. Parameter für die Berechnung sind die tatsächlichen oder für die Planung angenommenen Erzeugungs- und Verbrauchsprofile. Ergänzt werden die für das jeweilige Modell relevanten Preis-, Kosten- und Vergütungsparameter sowie Annahmen und Modulationen zukünftiger Entwicklungen.
So lassen sich unterschiedliche Varianten durchspielen, bevor Tarife festgelegt, Teilnehmer angesprochen oder Investitionsentscheidungen getroffen werden.
Der re-sult Energiegemeinschafts-Rechner bildet Energy Sharing, Bilanzkreis-Modelle, Mieterstrom und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung ab.
Von der Kalkulation in die Umsetzung
Ein tragfähiges Rechenmodell muss anschließend in funktionierende energiewirtschaftliche Prozesse übersetzt werden.
Dazu gehören – abhängig vom gewählten Modell – beispielsweise Marktrollen, Messkonzept, Beschaffung, Bilanzierung, Marktkommunikation, Vergütungssystematik und die operative Abwicklung.
re-sult begleitet diese Schritte auf Basis derselben Daten und Annahmen, die bereits für die Wirtschaftlichkeitsbewertung verwendet wurden. So bleiben Kalkulation und spätere Ausgestaltung des Modells miteinander verbunden.
Besonders wichtig ist uns die Betrachtung der einzelnen Teilnehmer. Ein Versorgungskonzept sollte nicht nur insgesamt funktionieren. Es muss auch für diejenigen nachvollziehbar sein, die Strom einspeisen, beziehen oder das Modell als Versorger betreiben.
Warum mit re-sult?
Energiewirtschaftliche Zusammenhänge vollständig betrachten
Gemeinschaftliche Versorgung berührt mehrere Bereiche, die in Projekten häufig getrennt betrachtet werden: Erzeugung, Verbrauch, Energiebeschaffung, Tarifgestaltung, Marktprozesse, Bilanzierung und Wirtschaftlichkeit.
Unsere Aufgabe besteht darin, die Auswirkungen einzelner Entscheidungen auf das gesamte Modell sichtbar zu machen und daraus eine wirtschaftlich und operativ tragfähige Struktur zu entwickeln.
Unser Leistungsumfang reicht von der ersten Modellbewertung und Wirtschaftlichkeitsrechnung bis zur Vorbereitung und Begleitung der energiewirtschaftlichen Umsetzung.
Sie prüfen ein konkretes Versorgungskonzept?
Gerne betrachten wir gemeinsam, welche Modelle für Ihr Vorhaben in Frage kommen und welche Daten für eine belastbare Bewertung benötigt werden.
Quellen und Rechtsstand Stand: September 2026
§ 42a EnWG – Mieterstromverträge
§ 42b EnWG – Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung
§ 42c EnWG – Gemeinsame Nutzung elektrischer Energie aus EE-Anlagen
relevante Bestimmungen des EEG
Bundesnetzagentur – Hinweise zur Umsetzung von Energy Sharing
Bundesnetzagentur, Beschlusskammer 6 – Mitteilung Nr. 73 vom 7. Juli 2026
Die Bundesnetzagentur stellt in ihrer Mitteilung vom Juli 2026 insbesondere klar, dass Energy Sharing in die bestehenden Bilanzierungs- und Marktkommunikationsprozesse des deutschen Strommarktes eingebunden werden muss.
Hinweis: Die Informationen dienen der allgemeinen energiewirtschaftlichen Einordnung. Sie ersetzen keine rechtliche Prüfung des Einzelfalls.